Die aktuelle Debatte rund um digitale sexualisierte Gewalt mündet nun in einer Kundgebung am Küchengarten in Hannover: Am Mittwoch, 25. März um 18 Uhr soll ein Zeichen gesetzt werden, gegen sexualisierte Gewalt online wie offline.
Victoria Schwertmann, Co-Vorsitzende des Grünen Regionsverbands Hannover organisiert die Veranstaltung, betont aber, dass hier Parteien und Initiativen vereint für den Schutz vor sexualisierter Gewalt zusammenstehen. Die SPD in der Region unterstützt, ebenso wie die Omas Gegen Rechts, Sea Eye, der Paritätische Wohlfahrtsverband, Bunt statt Braun, der Frauennotruf Hannover, Frauen für Gewaltschutz sowie die Linke Hannover. Da die Planungen noch laufen, werden weitere Unterstützer*innen folgen.
„Die Enthüllungen von Collien Fernandes machen mich unglaublich wütend. Immer wieder werden Fälle öffentlich, die zeigen, dass die größte Gefahr aus dem direkten Umfeld ausgeht. Der Fall von Gisèle Pélicot hat bereits viele Menschen aufgerüttelt, Colliens Fall kann nun zu einem echten gesetzlichen Fortschritt führen. Bereits diese Woche wird die bündnisgrüne Fraktion im Bundestag einen entsprechenden Gesetzentwurf zu „bildbasierter sexualisierter Gewalt“ einbringen. Das müssen wir unterstützen, indem wir alle auf die Straße gehen, wir alle laut sind und unsere Wut zu einer Kraft verwandeln, die etwas bewirken kann!“, erklärt Victoria Schwertmann ihre Motivation zu der kurzfristigen Organisation der Kundgebung.
Die Schauspielerin Collien Fernandes wurde über zehn Jahre hinweg Opfer von Deepfakes im Internet, es liefen Accounts unter ihrem Namen und es wurden Bilder und Videos sexuellen Inhalts verschickt, die vorgaben, ihren Körper zu zeigen. Sie spricht über diesen Fall schon länger in der Öffentlichkeit, erst vergangenen Freitag jedoch machte sie im Zuge einer Spiegel-Recherche öffentlich, dass der Täter mutmaßlich ihr (Ex-)Ehemann war: Schauspieler Christian Ulmen. Bereits am Sonntag gab es in Berlin eine Demonstration gegen Gewalt gegen Frauen, der sich 13.000 Menschen angeschlossen haben.