
„Für eine starke, gerechte und klimaneutrale Region Hannover“ heißt unser Wahlprogramm für die am 13. September anstehenden Kommunalwahlen. Mit diesem Programm setzen wir nicht nur Klimaneutralität in den Fokus, sondern auch soziale Gerechtigkeit und eine starke heimische Wirtschaft. Lies hier, wie Klimaneutralität der wirtschaftliche Motor unserer Region sein, und wie die Region in sozialer Hinsicht zu einem besseren Zuhause für alle Menschen werden kann.
Hier kannst du das Programm herunterladen.
PRÄMBEL
In der Region Hannover leben über 1,2 Millionen Menschen. Sie arbeiten, lernen, engagieren sich und halten unsere Region Tag für Tag am Laufen. Weil Demokratie vom Mitmachen, von Vielfalt und von der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen lebt, wollen wir mit Ihnen und Euch unsere Region auch in den nächsten Jahren gemeinsam gestalten.
Nie waren die Herausforderungen größer: die Klimakrise, das Artensterben, soziale Ungleichheit, Fluchtbewegungen und neue globale Konflikte – fordern entschlossenes Handeln auf allen politischen Ebenen. Dass die Region Hannover dazu in der Lage ist, haben wir in den vergangenen fünf Jahren bewiesen. Unter
GRÜNER Verantwortung haben wir den öffentlichen Nahverkehr ausgebaut, den Sprinti etabliert, Klimaschutz und den Ausbau der erneuerbaren Energien entscheidend vorangebracht, den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen verbessert sowie soziale Teilhabe gestärkt. Wir haben bewiesen: Fortschritt in
schwierigen Zeiten funktioniert, wenn man ihn entschlossen, sozial gerecht und gemeinsam angeht.
Als GRÜNE übernehmen wir Verantwortung. Wir gestalten Politik nicht mit Blick auf den nächsten Tag, sondern mit Blick auf kommende Generationen. Für uns bedeutet Politik, Probleme anzugehen, statt sie zu vertagen. Wir verwalten nicht, sondern entwickeln Lösungen. Veränderungen gestalten wir sozial gerecht.
Wir hören zu, entscheiden klar und halten Kurs.
In den kommenden Jahren wollen wir die Region Hannover weiter zu einem Ort machen, an dem Klimaschutz, Naturschutz, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Stärke zusammengehören. Wo bezahlbare Mobilität, eine starke Gesundheitsversorgung und verlässliche Angebote überall erreichbar sind – in der
Stadt genauso wie im Umland. Wo innovative Ideen entstehen, Arbeitsplätze geschaffen werden und Wohlstand erneuert wird, ohne unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu zerstören. Zu einem Ort, wo Teilhabe, Vielfalt und Demokratie im Alltag spürbar sind. Wo ausreichend Räume für Begegnung, Kultur
und Sport vorhanden sind. Wo Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen beteiligt werden. Wo Zusammenhalt entsteht. Wo Vielfalt kein Risiko, sondern eine Stärke ist und wo Integration echte Teilhabe ermöglicht.
Unsere Vision ist eine Region, die niemanden zurücklässt: offen, sicher und inklusiv – unabhängig von Herkunft, Alter, Geschlecht, Religion, sexueller Identität oder Lebensform. Eine Region, in der Menschen gut leben, arbeiten und füreinander einstehen können.
Dafür treten wir an. Dafür übernehmen wir Verantwortung.
Und dafür bitten wir um Ihr Vertrauen.
1. Klimaneutral in die Zukunft – Für eine lebenswerte Region in der wir gut und sicher leben
Wir haben schon viel geschafft beim Klimaschutz. Unsere Verantwortung gegenüber Menschen, Natur und zukünftigen Generationen werden wir auch zukünftig wahrnehmen. Wir wollen, dass die Region Hannover bis 2035 klimaneutral wird. Dabei ist uns wichtig, dass Klimaschutz sozial gerecht gestaltet wird und Wohlstand, Lebensqualität sowie gute Arbeitsplätze sichert. Gleichzeitig passen wir unsere Region vorrausschauend an die Folgen des Klimawandels an. So entsteht eine Region, in der alle Menschen heute und morgen gut und sicher leben können.
KLIMASCHUTZ ENTSCHLOSSEN VORANBRINGEN
Klimaschutz ist unsere Chance, die Region Hannover zukunftsfest zu gestalten. Durch fossilfreie Zukunftsbranchen können wir den Wirtschaftsstandort stärken und unseren Wohlstand, gute Arbeitsplätze und faire Löhne auch in Zukunft sichern und ausbauen. Die Energiewende nutzen wir gezielt, um Lebensqualität, soziale Gerechtigkeit und regionale Wertschöpfung zu stärken. Wenn wir sie konsequent weiter umsetzen, fließen bis 2035 Investitionen von rund 24,9 Milliarden Euro in die Region Hannover. So sichern wir jährlich etwa 4.000 Arbeitsplätze oder schaffen neue. Der sozial- und umweltverträgliche Ausbau der erneuerbaren Energien führt zu beträchtlichen Steuermehreinnahmen bei den Städten und Gemeinden in der Region Hannover. Mit einem Klimainvestitionsprogramm haben wir erstmals eine langfristige Finanzierung für das Ziel der Klimaneutralität aufgestellt und verknüpfen Klimaschutz, soziale Abfederung und regionale Wertschöpfung miteinander.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Die Region Hannover wird bis 2035 klimaneutral
Wir werden den Weg der Region Hannover zur Klimaneutralität weiter ambitioniert vorantreiben. Klimaschutz und Energiewende gestalten wir sozial gerecht. - Alle Maßnahmen werden auf ihre Klimawirkung geprüft
Jede Entscheidung der Region wird vorab auf ihre Auswirkungen auf Klima und Menschen überprüft. So stellen wir konsequenten und gerechten Klimaschutz sicher. - Ein Klimabeirat für Beteiligung und Mitbestimmung
Wir führen einen unabhängigen Klimabeirat ein, der die Maßnahmen und Projekte der Region Hannover frühzeitig auf ihre Klimawirkung prüft und Politik sowie Verwaltung fachlich berät. So verankern wir Klimaschutz verbindlich in allen Entscheidungsprozessen und stärken Transparenz sowie demokratische Beteiligung. - Stärkung der Klimaschutzagentur
Die Agentur statten wir weiterhin dauerhaft mit ausreichenden Ressourcen aus, damit sie Einwohner*innen und Unternehmen weiter umfassend zu Förderprogrammen und Klimaschutzprojekten unabhängig und kostenfrei beraten kann. Klimaschutz wird dadurch für alle zugänglich und niedrigschwellig angeboten.
ENERGIE- UND WÄRMEWENDE IM ALLTAG UMSETZEN
Die Energiewende soll für alle Menschen einen konkreten Nutzen bringen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist deshalb nicht nur ein zentraler Baustein für wirksamen Klimaschutz. Er stärkt unsere Unabhängigkeit, gibt unserer Wirtschaft Rückenwind und sorgt dafür, dass Energie langfristig bezahlbar bleibt. Auch in der Wärmeversorgung setzen wir konsequent auf erneuerbare Energien, um unabhängig zu werden und dafür zu sorgen, dass Heizkosten dauerhaft bezahlbar bleiben.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Gründung einer regionsweiten Bürgerenergiegenossenschaft
Bürger*innen können sich aktiv an der Energiewende beteiligen und finanziell davon profitieren – etwa durch Photovoltaik auf kommunalen Dächern oder gemeinschaftliche Energieprojekte. - Wärmewende konsequent voranbringen
Die Wärmeversorgung ist ein zentraler Hebel für den Klimaschutz, deshalb treiben wir die Defossilisierung der Wärme konsequent voran. Wo es wirtschaftlich sinnvoll ist, bauen wir neue klimafreundliche Wärmenetze aus und entwickeln bestehende weiter. Stadtwerke, Genossenschaften und lokale Akteure binden wir aktiv in Planung und Umsetzung ein. So entsteht eine effiziente, zukunftsfähige Wärmeversorgung, die sozialverträglich gestaltet ist und langfristig Kosten stabil hält. Dabei setzen wir auch auf innovative Lösungen wie Großwärmepumpen, Geothermie und andere erneuerbare Wärmequellen. Wir setzen uns für die Schaffung von Finanzierungsinstrumenten durch die Region Hannover ein, mit deren Hilfe wichtige Investitionen in die Wärmewende vor Ort gestemmt werden können. - Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Mobilität
Die erfolgreichen Konzepte zum Ausbau der Ladeinfrastruktur aus der Landeshauptstadt übertragen wir auf die gesamte Region.
KLIMAFOLGEN VORAUSSCHAUEND BEGEGNEN
Der Klimawandel hat auch in der Region Hannover bereits zu immer mehr und immer stärkeren Extremwetterereignissen geführt. Uns werden in Zukunft weiterhin Fluten, extreme Hitze oder Waldbrände begegnen. Wir handeln vorausschauend und stärken den Schutz von Menschen, Infrastruktur und Natur.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Umsetzung von Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung
Dach- und Fassadenbegrünung, Entsiegelung, Regenrückhaltung sowie wasser- und schattenspendende Infrastruktur werden gezielt gefördert. Wir wollen natürliche Retentionsräumen in der Landschaft schaffen, um unsere Siedlungen und Infrastrukturen besser vor Hochwasser zu schützen. Wichtig sind uns ebenso die Stärkung des Prinzips der Schwammstadt bei der zukünftigen Stadt- und Regionalentwicklung und der Schutz und die nachhaltige Nutzung unserer Grundwasserresourcen. - Stärkung der Feuerwehren
Wir begleiten den Neubau der Feuerwehrtechnischen Zentrale Ronnenberg bis 2030, setzen uns für einen Neubau in Burgdorf ein und erstellen einen aktuellen Feuerwehrbedarfsplan für die gesamte Region. - Bevölkerungsschutz nachhaltig stärken
Wir stärken den Bevölkerungsschutz, indem Risiken frühzeitig erkannt und systematisch erfasst werden. Für den Katastrophenfall sorgen wir für gut organisierte spezialisierte Einheiten von Feuerwehr und Hilfsorganisationen. Zudem entwickeln wir ein modernes, verständliches Bevölkerungsschutzkonzept für unsere Region.
2. Unsere Natur bewahren – Für sauberes Wasser, gesunde Böden und eine intakte Artenvielfalt
Unsere Natur ist Grundlage für Gesundheit, Lebensqualität und Sicherheit. Sie schützt uns vor Hitze und Hochwasser, sichert sauberes Wasser und frische Luft und macht unsere Region lebenswert. Wir tragen Verantwortung dafür, dass Artenvielfalt erhalten bleibt und natürliche Lebensräume wie Moore, Wälder und Gewässer geschützt und wiederhergestellt werden – für uns und für kommende Generationen.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Vielfalt bewahren – Artensterben stoppen
Der Schutz der biologischen Vielfalt ist eine zentrale Zukunftsaufgabe. Intakte Ökosysteme sichern unsere Landwirtschaft, unsere Gesundheit und die Widerstandsfähigkeit unserer Region gegenüber den Folgen des Klimawandels. Wir holen die Natur zurück in unsere Region und erhalten und erweitern die Lebensräume wildlebender Tier- und Pflanzenarten. - Biodiversität gezielt fördern
Wir entwickeln die bestehende Biodiversitätsstrategie der Region Hannover konsequent weiter und hinterlegen ihre Ziele mit konkreten Maßnahmen vor Ort. Vorhandene Lebensräume auf öffentlichen Flächen werden besser miteinander vernetzt. Gleichzeitig schaffen wir mehr Raum für ökologische Landwirtschaft. Dies erreichen wir unter anderem durch die gezielte Ausweisung geeigneter Flächen im Zuge der Aktualisierung des Landschaftsrahmenplans. - 5.000 neue Bäume für die Region Hannover
Bäume sind unverzichtbar für Klimaschutz, Luftqualität und Lebensqualität. Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung und verbessern das Mikroklima. Wir pflanzen 5.000 neue Bäume in der gesamten Region, insbesondere entlang von Straßen und Wegen. So verbinden wir Landschaftsräume, verbessern Aufenthaltsqualität und stärken die Natur vor Ort. - Naturschutzorganisationen stärken
Naturschutzverbände und Initiativen sind unverzichtbare Partner*innen für den Schutz unserer Umwelt. Wir fördern sie gezielt und verlässlich, um ihre wichtige Arbeit dauerhaft abzusichern und weiterzuentwickeln.
MOORE RETTEN UNS. WIR RETTEN SIE.
Moore sind wahre Klimaschützer. Die Wiedervernässung von Mooren ist daher ein wichtiger Beitrag zum Biodiversitäts- und Klimaschutz. Sie speichern große Mengen CO2, bieten Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten und wirken als natürliche Wasserspeicher. In Zeiten von zunehmenden Wetterextremen sind gesunde Moore natürliche Puffer gegen Starkregen und Trockenheit. Diese wertvollen Ökosysteme schützen und entwickeln wir konsequent weiter.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Moorstrategie weiterhin konsequent umsetzen
Wir renaturieren unsere Moore und bringen den Wasserstand wieder auf ein naturnahes Niveau. Damit stellen wir die Funktion der Moore als CO2-Speicher und Wasserrückhalter wieder her. Gleichzeitig sorgen wir für eine Beendigung des Torfabbaus im Toten Moor so schnell wie möglich. - Gründung einer Natur- und Klimaschutzstiftung
Wir etablieren eine Natur- und Klimaschutzstiftung, die sich aus freiwilligen Klimaschutz-Beiträgen regionaler Unternehmen und Akteuren aus der Region speist. Die Mittel werden über den Vertragsnaturschutz für die klimaschonende und torferhaltende Bewirtschaftung von Moorböden eingesetzt. Durch die Schaffung von Paludikulturen und den Anbau von Torfersatzstoffen wird neben dem Klima- und Moorschutz auch die regionale Landwirtschaft gestärkt.
WASSER SCHÜTZEN – LEBENSADERN UNSERER REGION STÄRKEN
Unsere Gewässer sind zentrale Lebensadern der Region Hannover. Sie verbinden Landschaftsräume, sichern Trinkwasser, fördern Biodiversität und bieten Erholungsräume für die Menschen. Wir machen unsere Gewässer widerstandsfähig gegenüber den Folgen des Klimawandels und gestalten sie zugleich erlebbar.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Vorausschauende Wasserplanung für Mensch und Natur
Wir sorgen frühzeitig dafür, dass Wasser in Trockenzeiten gerecht und nachhaltig genutzt wird. Dabei berücksichtigen wir die Bedürfnisse von Natur, Landwirtschaft und Bevölkerung. So sichern wir langfristig die Wasserversorgung und schützen unsere Ökosysteme. - Renaturierung von Bächen und Flüssen
Wir geben Bächen und Flüssen wieder mehr Raum. Durch Renaturierung können sie Wasser aufnehmen, Hochwasser abmildern und neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen. Kommunen und Vereine unterstützen wir aktiv bei der Planung und Umsetzung solcher Maßnahmen. Damit verbinden wir wirksamen Hochwasserschutz mit Naturschutz und Erholung. - Die Leine als blaues Band der Region entwickeln
Die Leine soll als zusammenhängendes blaues Band die Region Hannover verbinden. Wir renaturieren die Leine, stärken ihre ökologische Funktion, verbessern ihre Widerstandsfähigkeit gegen Starkregen und Trockenheit und machen sie gleichzeitig für die Menschen besser zugänglich und erlebbar.
3. Zusammenhalt stärken und gerecht leben – Für eine Region, die zusammenhält. Gerecht, vielfältig und lebenswert
Sozialer Zusammenhalt ist die Grundlage einer starken Demokratie. Wir wollen, dass in der Region Hannover niemand zurückgelassen wird – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter, Einkommen oder Beeinträchtigung. Wir stehen für gleiche Rechte, echte Teilhabe und gute Lebensbedingungen für alle Menschen. Dafür stärken wir die soziale Infrastruktur, investieren in Bildung und schaffen bezahlbaren, barrierefreien Wohnraum. So gestalten wir eine Region, in der Vielfalt selbstverständlich ist und in der alle gut leben können – heute und morgen.
GLEICHSTELLUNG LEBEN – GEWALT BEENDEN
Gleichstellung ist Voraussetzung für Freiheit, Sicherheit und Demokratie. Gewalt gegen Frauen ist kein individuelles Schicksal, sondern ein strukturelles gesellschaftliches Problem.
Unser Ziel ist klar: Vision Zero – null Femizide in der Region Hannover.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen dauerhaft absichern
Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen werden wir finanziell verlässlich ausstatten und dauerhaft absichern. Die Angebote sind barrierefrei zugänglich und orientieren sich am tatsächlichen Bedarf vor Ort. Kapazitäten erweitern wir, um Engpässe zu vermeiden, und stellen niedrigschwellige Beratung auch in ländlichen Regionen sicher. Fachlich qualifiziertes Personal erhält kontinuierliche Fortbildungsangebote. Die bauliche und organisatorische Infrastruktur verbessern wir so, dass Schutz, Beratung und Unterstützung jederzeit gewährleistet sind. - Gewaltschutz konzeptionell weiterentwickeln
Neue Gewaltformen, etwa digitale Partnerschaftsgewalt, nehmen wir ernst und integrieren sie systematisch in bestehende Konzepte. Hilfesysteme gestalten wir barrierefrei, auch für ältere, pflegebedürftige und Frauen mit Behinderungen. Die Vernetzung zwischen Polizei, Beratungsstellen und sozialen Diensten stärken wir weiter. Präventive Maßnahmen für besonders gefährdete Gruppen bauen wir gezielt aus. Fachkräfte werden regelmäßig geschult und sensibilisiert. Bestehende Konzepte evaluieren wir kontinuierlich und passen sie an aktuelle Bedarfe an. - Prävention und Täter*innenarbeit stärken
Programme wie „Kein Täter werden“ bauen wir konsequent aus und erweitern Präventionsangebote. Frühzeitige Aufklärung in Schulen, Vereinen und sozialen Einrichtungen fördern wir gezielt. Die Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Polizei und Beratungsstellen stärken wir. Täter*innenarbeit entwickeln wir fachlich weiter und überprüfen Maßnahmen regelmäßig auf ihre Wirksamkeit. - Kinder konsequent in den Blick nehmen
Die Perspektive von Kindern berücksichtigen wir in allen Hilfesystemen bei häuslicher Gewalt. Die Zusammenarbeit zwischen Frauenhäusern und Jugendhilfe wird weiter gestärkt. Kinder erhalten begleitende psychosoziale Unterstützung, um Gewalterfahrungen zu verarbeiten. Schutzkonzepte in Schulen und Kitas werden umgesetzt. Beratungsangebote für betroffene Kinder gestalten wir niedrigschwellig. Übergangskonzepte sorgen für stabile Betreuung und Unterstützung nach Krisensituationen. - Übergang aus dem Frauenhaus in eigenen Wohnraum erleichtern
Wir schaffen zusätzliche Übergangswohnplätze für Frauen und Kinder und setzen Belegrechte gezielt ein, um den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum zu sichern. Die Koordination zwischen Ämtern, Wohnungsbaugesellschaften und Beratungsstellen verbessern wir. Betroffene werden individuell begleitet, um langfristige Perspektiven für selbstständiges und sicheres Wohnen zu schaffen.
QUEERES LEBEN SICHTBAR MACHEN
In einer inklusiven Gesellschaft darf die Identität eines Menschen niemals Anlass für Benachteiligung, Ausgrenzung oder Abwertung sein. Wir setzen uns für eine vielfältige Region ein, in der alle Menschen ohne Angst vor Diskriminierung und Gewalt verschieden sein und gleichberechtigt teilhaben können.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Regenbogenfamilien stärken
Wir fördern Sichtbarkeit und Akzeptanz von Regenbogenfamilien und unterstützen entsprechende Angebote, unter anderem durch die Förderung von CSDs im Umland.
PROAKTIVER SOZIALSTAAT – NIEMAND BLEIBT ZURÜCK
Soziale Unterstützung ist Teil öffentlicher Verantwortung und ein verlässliches Recht für alle – unabhängig von individueller Durchsetzungskraft oder persönlicher Situation. Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es einen starken und handlungsfähigen Sozialstaat, der Teilhabe sichert und ein Leben in Würde ermöglicht. Ein moderner Sozialstaat handelt vorausschauend, unterstützt gezielt, baut auf das Engagement der Menschen und eröffnet neue Chancen und Perspektiven. So stärkt er Selbstbestimmung und sorgt dafür, dass niemand zurückbleibt.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Präventionsketten auf- und ausbauen
Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsangebote verzahnen wir besser – von der Kita an. Ziel ist es, Familien und Kinder frühzeitig zu erreichen und gezielt zu unterstützen. Koordinierte Netzwerke und Steuerungsstellen begleiten Menschen verlässlich über verschiedene Lebensphasen hinweg. Präventionsketten verknüpfen alle relevanten Akteure. Sie beugen Armut, Wohnungs- und Obdachlosigkeit vor, fördern Chancengleichheit und stärken gesellschaftliche Teilhabe. Die Angebote werden kommunal abgestimmt und nachhaltig umgesetzt. - Wege verkürzen und Bürokratie abbauen
Mit Sozialzentren und sogenannten One-Stop-Shops schaffen wir zentrale, niedrigschwellige Anlaufstellen. Dort erhalten Menschen gebündelt Zugang zu verschiedenen Sozialleistungen. Dabei denken wir aus Kund*innenperspektive: So verkürzen wir Wege, reduzieren bürokratische Hürden und verbessern die Erreichbarkeit sozialer Unterstützung. Unser Anspruch ist klar: Der Sozialstaat kommt aktiv auf die Menschen zu – weg von der Holschuld der Betroffenen, hin zur Bringschuld öffentlicher Verantwortung.
NAH VERSORGT GUT LEBEN
Eine gute Daseinsvorsorge ist Grundlage für Lebensqualität, Zusammenhalt und gleichwertige Lebensverhältnisse in unserer Region. Ob medizinische Versorgung, Kinderbetreuung, Mobilität, Kultur oder soziale Angebote – alle Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass die wichtigen Dinge des Alltags gut erreichbar und bezahlbar sind.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Eine Region der kurzen Wege
Wir setzen das Konzept der 15-Minuten-Region um, damit alle wichtigen Angebote des täglichen Lebens gut erreichbar sind. Orte wie Bibliotheken, Nachbarschaftstreffs, Jugendzentren, Parks oder Repair-Cafés schaffen Begegnung abseits von Zuhause und Arbeit – freiwillig, niedrigschwellig und ohne Konsumzwang. Förderprogramme unterstützen Entwicklung und Ausbau, auch durch die Nutzung bestehender, bislang nicht ausgelasteter Räume. - Soziale Infrastruktur gemeinsam denken
Mehrgenerationenhäuser, Nachbarschaftstreffs sowie Bildungs- und Gesundheitsangebote gestalten wir inklusiv, barrierefrei und vernetzt. Diese Orte ermöglichen Begegnung, Unterstützung und Teilhabe für alle Generationen. Niedrigschwellige Angebote und gute Erreichbarkeit stärken die Zusammenarbeit von Kommunen, Ehrenamt und sozialen Einrichtungen und fördern lebenswerte Quartiere mit starken sozialen Strukturen. - Einsamkeit entgegenwirken
Einsamkeit, insbesondere im Alter, machen wir sichtbar und brechen das Schweigen darüber. Begegnungsangebote und soziale Netzwerke fördern wir gezielt und stärken damit auch ehrenamtliche Strukturen. Quartiere gestalten wir so, dass soziale Kontakte erleichtert werden. Dabei nehmen wir die Vielfalt der Lebenswege in den Blick und unterstützen gezielt die wachsende Zahl an Senior*innen mit Migrationsgeschichte und sorgen dafür, dass auch queere Menschen im Alter einen Platz finden, an dem sie willkommen sind. Ziel ist ein aktives, selbstbestimmtes und gut vernetztes Leben für Menschen aller Generationen.
WOHNEN FÜR ALLE
Wohnen ist ein Menschenrecht. Wir schaffen bezahlbaren Wohnraum für alle Menschen – für Familien -insbesondere auch Alleinerziehende und deren Kinder – sowie ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen. Neubau und Sanierung fördern wir gleichermaßen. Quartiere werden sozial durchmischt, barrierefrei und lebenswert gestaltet.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Belegrechte gezielt nutzen
Belegrechte setzen wir gezielt ein, um besonders bedürftigen Menschen den Zugang zu Wohnraum zu sichern. Übergangswohnplätze binden wir strategisch ein. Die Koordination zwischen Ämtern, Wohnungsbaugesellschaften und Beratungsstellen verbessern wir, um den Weg in eigenständiges Wohnen zu erleichtern und langfristige Perspektiven zu schaffen. - Wohnraumförderung stärken
Die Wohnraumförderung entwickeln wir mit der Initiative „WoBi 2.0“ weiter. Dazu gehören auch barrierefreie Umbauten im Bestand. Finanzielle Mittel setzen wir effizient ein und koordinieren Neubau und Sanierung besser. Förderprogramme sind sozial und ökologisch ausgerichtet, um dauerhaft bezahlbaren Wohnraum zu sichern. - Nachhaltiges Bauen und Wohnen fördern
Neubau und Sanierung erfolgen klimagerecht, flächensparend und sozial. Schwerpunkte sind Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Gemeinschaftsflächen. Die Vorstellungen und Bedürfnisse der Bewohner*innen fließen in die Planung ein. Unser Ziel ist eine Region, in der Wohnen bezahlbar, nachhaltig und inklusiv ist.
4. Gute Gesundheitsversorgung überall – Für eine gute, verlässliche und erreichbare Gesundheitsversorgung in der Region
Wir wollen, dass alle Menschen jederzeit eine hochwertige medizinische Versorgung erhalten. Das regionseigene Klinikum Region Hannover (KRH) stellt diese Versorgung im gesamten Regionsgebiet sicher. Mit der Medizinstrategie 2030 haben wir das KRH zukunftsfest aufgestellt. Durch Spezialisierung und die Bündelung von Leistungen verbessern wir die Behandlungsqualität und schaffen mit einem Spektrum von ambulanten Angeboten bis zur Maximalversorgung ein Versorgungsangebot für alle.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Zentrale Anlaufstelle in Lehrte schaffen
Das geplante Regionale Gesundheitszentrum (RGZ) als Kern des Gesundheitscampus in Lehrte wird mit seinem sektorenübergreifenden Ansatz ein wichtiger Baustein der wohnortnahen Versorgung. Es soll erste Anlaufstelle für Menschen aller Altersgruppen bei gesundheitlichen Fragen sein. - Standort Siloah zum Maximalversorger entwickeln
Durch die Zusammenführung der Standorte Nordstadt und Siloah entwickeln wir einen Maximalversorger mit hochspezialisierten Leistungen und moderner Technik. Die geplanten Neubauten der Krankenhäuser in Gehrden und Burgwedel treiben wir konsequent voran. - Aufklärung und bessere Steuerung der Versorgung
Notaufnahmen sollen sich auf stationäre Behandlungsbedarfe konzentrieren können. Ambulante Angebote werden besser sichtbar gemacht. Durch gezielte Aufklärung und Steuerung stellen wir sicher, dass alle im Notfall gut versorgt sind. - Personalausstattung verbessern
Gute Arbeitsbedingungen sind Voraussetzung für gute Versorgung. Wir verbessern die Personalausstattung in allen Bereichen und setzen auf einen sinnvollen Qualifikationsmix. - Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Krankenhaus
Krankenhäuser leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, etwa durch Hitzeschutzmaßnahmen, den Einsatz erneuerbarer Energien und die Reduktion von Verpackungsmüll. Das KRH entwickeln wir konsequent weiter zu einem „Green Hospital“. Gesundheitseinrichtungen schützen wir gezielt vor den Folgen extremer Hitze, insbesondere für ältere Menschen, Kinder und vulnerable Gruppen. - Krankenhausverpflegung verbessern
Die Speisenangebote im KRH gestalten wir möglichst individuell und kooperieren dafür eng mit regionalen Anbietern. - Medizin für alle
Das Klinikum Region Hannover (KRH) wird Vorreiter für gendersensible Medizin. Wir stellen sicher, dass Diagnosen und Behandlungen die Unterschiede zwischen den Geschlechtern berücksichtigen.
GESUNDHEIT RUND UM DIE GEBURT
Werdende Mütter und junge Familien wünschen sich eine gute Begleitung in der Schwangerschaft, eine sichere Geburt und einen gelungenen Start ins Familienleben. Dazu gehört ebenso, dass Frauen in jeder Lebenslage selbstbestimmte Entscheidungen treffen können. In der Region Hannover setzen wir uns für eine starke Geburtshilfe, gute Beratung und einen verlässlichen, diskriminierungsfreien Zugang zu reproduktiver Gesundheitsversorgung ein.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Geburtshilfe stärken
Der hebammengeführte Kreissaal in Gehrden hat sich sehr bewährt. Wir wollen dieses Modell auch auf andere Standorte übertragen. Auch die Hebammenzentrale wollen wir stärken, um allen Schwangeren Zugang zu Hebammenversorgung zu ermöglichen. Die Region Hannover soll außerdem stillfreundliche Kommune werden. Mit einer Humanmilchbank wollen wir die Versorgung von Früh- und Neugeborenen sicherstellen. - Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen verbessern
Wir setzen uns schon lange dafür ein, dass Paragraf 218 StGB abgeschafft und Schwangerschaftsabbrüche damit endlich entkriminalisiert werden. Bis dahin bauen wir die die Schwangerschaftskonfliktberatung aus und verbessern den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen in der Region Hannover.
MEHR PRÄVANTION UND GESUNDHEITSFÖRDERUNG
Gute Gesundheitsversorgung beginnt dort, wo Menschen frühzeitig Unterstützung, verlässliche Informationen und niedrigschwellige Angebote finden. Gerade Prävention, Beratung und ein gerechter Zugang zur Versorgung sind entscheidend dafür, dass Gesundheit nicht vom Geldbeutel oder von bürokratischen Hürden abhängt. In der Region Hannover setzen wir deshalb auf starke Strukturen, die Orientierung geben, Zugänge öffnen und niemanden ausschließen.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Prävention und Beratung stärken
Das Gesundheitsamt der Region Hannover entwickeln wir weiter zu einer modernen, niedrigschwelligen Anlaufstelle für Prävention, Gesundheitsförderung, Beratung und Koordination. - Gesundheitskioske erproben
Gesundheitskioske bieten niedrigschwellige, barrierearme und mehrsprachige Beratung. Wir wollen sie als Modellprojekte erproben und dauerhaft etablieren. - Versorgung für Menschen ohne Krankenversicherung sichern
Die Clearingstelle und den Gesundheitsfonds entwickeln wir bedarfsgerecht weiter, um den Zugang zur medizinischen Versorgung für Menschen ohne Krankenversicherung sicherzustellen.
5. Integration gemeinsam gestalten – Für eine moderne Einwanderungsregion, die eine Heimat für alle wird
Die Region Hannover ist eine Region der Vielen. Migration ist Realität, Normalität und Bereicherung. Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind fester Bestandteil unserer Gesellschaft und tragen in allen Bereichen zu gesellschaftlichem Zusammenhalt, wirtschaftlicher Stärke und kulturellem Vielfalt bei. Integration ist deshalb keine Einbahnstraße, sondern eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.
Unser Ziel ist eine Region, in der alle Menschen unabhängig von Herkunft, Sprache oder Aufenthaltsstatus faire Chancen auf Teilhabe, Bildung, Arbeit und politische Mitbestimmung haben. Integration stärkt unsere Demokratie – sozial, kulturell und wirtschaftlich.
FÜR EINE MODERNE WILLKOMMENS- UND ZUWANDERUNGSBEHÖRDE
Wir wollen eine Zuwanderungs- und Willkommensbehörde, deren Mitarbeiter*innen Menschen mit Einwanderungsgeschichte auf Augenhöhe begegnen. Verwaltung verstehen wir dabei als Dienstleistung für die Menschen.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Serviceorientierte Organisationskultur entwickeln
In enger Kooperation mit der Zivilgesellschaft fördern wir eine Organisationskultur, die unterstützt, begleitet und Perspektiven eröffnet statt abschreckt. Ziel ist eine transparente, verlässliche und menschenfreundliche Verwaltungspraxis. - Erreichbarkeit und Verfahrensabläufe verbessern
Wir setzen auf klare Zuständigkeiten, verständliche Kommunikation und verlässliche Bearbeitungszeiten. Digitale Angebote ergänzen persönliche Beratung, ersetzen sie aber nicht. Gerade für komplexe oder belastende Lebenslagen bleiben persönliche Ansprechpersonen zentral. - Mitarbeitende stärken
Gute Integration braucht gut ausgestattete Behörden. Wir sorgen für ausreichendes Personal, kontinuierliche Fortbildung und interkulturelle Kompetenz, um Verfahren rechtssicher, effizient und empathisch umzusetzen.
INTEGRATIONSARBEIT DAUERHAFT SICHERN
Integration gelingt vor Ort – in Quartieren, Vereinen, Beratungsstellen, Bildungseinrichtungen und Ehrenamtsstrukturen. Diese Arbeit braucht Verlässlichkeit. Deshalb setzen wir uns für eine dauerhaft gesicherte Integrationsarbeit ein. Sie braucht stabile Strukturen, langfristige Finanzierung und gute Rahmenbedingungen, damit Engagement wirken kann und Integration nachhaltig gelingt.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Integrationsprojekte langfristig absichern
Wir sichern erfolgreiche Integrationsprojekte und Förderprogramme dauerhaft ab und beenden die Praxis kurzfristiger Projektfinanzierungen, wo immer möglich. Gute Arbeit braucht Planungssicherheit. - Integrationsarbeit politisch verankern
Integrationsarbeit wird als dauerhafte Querschnittsaufgabe politisch gestärkt und strukturell verankert. Dabei setzen wir auf enge Zusammenarbeit zwischen Region, Kommunen und freien Trägern. - Zivilgesellschaftliche Akteure stärken
Migrantische Selbstorganisationen, Wohlfahrtsverbände, Beratungsstellen und ehrenamtliche Initiativen sind zentrale Partner. Wir unterstützen sie fachlich, finanziell und organisatorisch.
MITGESTALTEN UND DAZUGEHÖREN
Integration ist untrennbar mit demokratischer Teilhabe verbunden. Wer gehört wird, mitentscheiden kann und Zugang zu gesellschaftlichen Strukturen hat, fühlt sich zugehörig und übernimmt Verantwortung. Deshalb stärken wir Beteiligungsmöglichkeiten und schaffen Zugänge zur Demokratie – damit Teilhabe im Alltag erfahrbar wird und Zusammenhalt wächst.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Politische und gesellschaftliche Teilhabe fördern
Wir stärken Beteiligungsformate für Menschen mit Migrationsgeschichte und fördern politische Bildung sowie demokratisches Engagement. Ein Beitrag ist dabei die Erweiterung der Erinnerungskultur für die Perspektiven der Eingewanderten. - Diskriminierung konsequent entgegentreten
Rassismus und Ausgrenzung gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir setzen auf Prävention, Sensibilisierung und klare Haltung gegen jede Form von Diskriminierung. - Integration als Standortfaktor begreifen
Eine offene, vielfältige Region ist attraktiv für Fachkräfte, Unternehmen und Familien. Integration stärkt Innovationskraft, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Stabilität. - Antidiskriminierungsstelle aufbauen
Damit Menschen bei Diskriminierungserfahrungen eine verlässliche Anlaufstelle haben, haben wir für die Region Hannover eine eigene Antidiskriminierungsstelle auf den Weg gebracht. In den vergangenen Jahren wurde dafür ein tragfähiges Konzept erarbeitet, das wir nun konsequent umsetzen werden.
6. Chancen eröffnen mit Bildung und Teilhabe – Für gute Startchancen, starke Gemeinschaften und gelebte Demokratie
Kinder, Jugendliche und Familien brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, um in einem sicheren Umfeld aufzuwachsen und ihr Potenzial entfalten zu können. Bildung, Kultur, Sport und demokratische Teilhabe sind für uns öffentliche Aufgaben. Wir gestalten sie inklusiv, gerecht und zukunftsorientiert. Von der frühkindlichen Bildung bis zum Übergang in Ausbildung und Beruf schaffen wir gute Lern- und Lebensorte, die Zusammenhalt stärken und Beteiligung ermöglichen. Dabei denken wir Familie, Bildung und Jugendpolitik gemeinsam.
GUTE BILDUNG UND STARKE SCHULEN FÜR JEDES KIND
Gute Bildung braucht gute Räume, ausreichend Personal und zeitgemäße Konzepte. Die Region Hannover trägt als Schulträgerin besondere Verantwortung, insbesondere für Förderschulen und Berufsbildende Schulen.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Aus- und Neubau von Förder- und Berufsbildenden Schulen
Mit der neu gegründeten Schulbaugesellschaft bringen wir den dringend notwendigen Schulbau voran. 2025 starteten die ersten Bauprojekte, beginnend in Lehrte. Insgesamt investieren wir rund eine Milliarde Euro in moderne, barrierefreie und zukunftsfähige Schulgebäude. - Inklusive Bildung stärken
Gemeinsames Lernen baut Barrieren ab und fördert gegenseitiges Verständnis. Wir setzen uns für eine inklusive Bildungslandschaft und Jugendarbeit ein, in der Vielfalt als Stärke verstanden wird und Kinder und Jugendliche unabhängig von individuellen Voraussetzungen bestmöglich gefördert werden. - Gebärdensprache als erste Fremdsprache ermöglichen
Wir wollen Gebärdensprache als reguläres Fremdsprachenangebot etablieren. Damit stärken wir Teilhabe, Barrierefreiheit und gelebte Inklusion im Bildungsalltag. - Digitale Bildung für alle
Alle Schüler*innen sollen Zugang zu digitalen Endgeräten und moderner technischer Ausstattung haben – unabhängig vom Einkommen der Eltern. Digitale Bildung verstehen wir dabei als pädagogische Aufgabe und nicht nur als technische Ausstattung. - Frühkindliche Bildung und Sprachförderung ausbauen
Frühe Förderung ist entscheidend für Bildungsgerechtigkeit. Wir stärken frühkindliche Bildungsangebote und bauen Sprachförderung gezielt aus, um allen Kindern gute Startchancen zu ermöglichen. - Soziales Lernen von der Kita bis zum Beruf
Soziale Kompetenzen, Konfliktfähigkeit und Teamarbeit sind Schlüsselqualifikationen. Wir verankern soziales Lernen systematisch entlang der gesamten Bildungskette – von der Kita über die Schule bis hin zur beruflichen Bildung. - Gesundes Essen von klein auf
Wir setzen uns dafür ein, dass allen Kindern und Jugendlichen Zugang zu gesundem und regionalem Essen ermöglicht wird. Dafür wollen wir in Zusammenarbeit mit dem Ernährungsrat eine Ernährungs-Strategie entwickeln.
DEMOKRATIE LERNEN UND TEILHABE STÄRKEN
Demokratie muss gelernt, erlebt und gelebt werden. Junge Menschen sollen frühzeitig erfahren, dass ihre Stimme zählt und sie ihre Lebenswelt aktiv mitgestalten können.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Demokratie nachhaltig stärken
Demokratiebildung wird dauerhaft bei der Gedenkstätte Ahlem verankert. Die Umsetzung entsprechender Haushaltsbeschlüsse läuft. Politische Bildung, Erinnerungsarbeit und die Auseinandersetzung mit der Geschichte gehören für uns untrennbar zusammen. - Junge Menschen für Demokratie gewinnen
Wir prüfen eine erneute Beantragung des Projekts „Demokratie? Ehrensache!“, um demokratisches Engagement junger Menschen frühzeitig zu fördern und zu begleiten. - Soziale Teilhabe stärken
Kultur- und Sportvereine werden stärker in die Armutsprävention eingebunden. Bildungs- und Teilhabepakete setzen wir gezielt ein, um Kindern und Jugendlichen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Ehrenamtliche Strukturen und Gemeinschaftsangebote fördern wir gezielt. Soziale Netzwerke und Freizeitmöglichkeiten tragen dazu bei, Isolation zu vermeiden und Teilhabe zu stärken. Ziel ist ein inklusives Umfeld, in dem alle jungen Menschen unabhängig von ihrer sozialen Lage aktiv teilnehmen können.
KULTUR UND SPORT FÜR ALLE
Kulturelle Angebote schaffen Begegnung, Identität und Teilhabe. Sie sind ein wichtiger Bestandteil einer lebendigen Demokratie. Aber auch Bewegung und Sport in unserer Region machen Spaß. Zusätzlich leisten unsere Sportvereine einen unverzichtbaren Beitrag für Gesundheit, Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Hörregion Hannover verstetigen
Die Hörregion Hannover ist ein Projekt mit überregionaler Strahlkraft an der Schnittstelle von Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft. Wir setzen uns für eine Verstetigung über das Jahr 2026 hinaus ein. - Bibliotheken erhalten und weiterentwickeln
Bibliotheken sind zentrale Orte der Bildung, Begegnung und Teilhabe. Wir sichern ihren Erhalt und entwickeln sie als moderne, offene und niedrigschwellige Einrichtungen weiter. - Vereinssport stärken
Wir sichern die Förderung von Sportvereinen dauerhaft ab und stärken ihre Rolle als Orte der Begegnung, Integration und Gesundheitsförderung. - e.coSport weiterentwickeln
Das Programm e.coSport stößt auf großes Interesse, ist bislang jedoch zu bürokratisch. Damit werden Vereine über energetische Maßnahmen beraten und bei der Gebäudedämmung, Installation von Solaranlagen oder Wärmepumpen finanziell gefördert. Wir vereinfachen Antragsverfahren durch Digitalisierung, Standardisierung, zentrale Anlaufstellen, gezielte Schulungen und perspektivisch auch KI-gestützte Vergabeverfahren. - Sportgroßveranstaltungen nachhaltig nutzen
Die German Finals finden 2026 in der Region Hannover statt. Von diesem großen Sportereignis erhoffen wir uns wichtige Impulse. Stadt und Region Hannover fördern die German Finals – dafür haben wir uns erfolgreich eingesetzt. Hannover ist zudem Austragungsort der Frauenfußball-Europameisterschaft 2029. Das ist eine große Chance den Mädchen- und Frauenfußball in unserer Region nachhaltig zu stärken.
7. Wohlstand schaffen und Arbeit neu denken – Für eine starke Wirtschaft und sichere Jobs in der Region Hannover
Die Region Hannover ist ein starker und vielfältiger Wirtschaftsstandort. Von einer lebendigen Start-up-Szene über ein breit aufgestelltes Handwerk und einen starken Mittelstand bis hin zu internationalen Konzernen profitieren Unternehmen und Beschäftigte von einer guten Infrastruktur und einem innovationsfreundlichen Umfeld.
Gleichzeitig stehen viele Unternehmen und ihre Beschäftigten vor großen Herausforderungen: Fachkräftemangel, Transformation, Digitalisierung und Bürokratie führen zu Verunsicherung. Wir stehen auch in schwierigen Zeiten für gute Arbeitsbedingungen, Tarifbindung und starke Mitbestimmung.
ENERGIEWENDE ALS WIRTSCHAFTSMOTOR
Die Energiewende ist ein zentraler Standortfaktor für die Region Hannover. Durch den Ausbau von Windkraft und Solarenergie erreichen wir nicht nur unsere Klimaziele, sondern sichern auch eine bezahlbare und saubere Energieversorgung für Wirtschaft und Gesellschaft. Bis 2035 sorgt der Ausbau der Erneuerbaren für nahezu 10 Milliarden Euro zusätzliche Wertschöpfung in der Region und schafft jährlich über 4.000 Arbeitsplätze. Die Energiewende ist damit ein starker Motor für den Wohlstand und Jobsicherheit in unserer Region.
WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG GEZIELT ENTWICKELN
Die Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Region Hannover als Möglichmacherin einer vielfältigen, demokratischen und zukunftsorientierten Region unterstützt Unternehmen umfassend – von Standortberatung über Gewerbeflächenmonitoring bis hin zu Gründungszentren und Fachkräfteallianzen. Auch Förderprogramme sind ein zentraler Bestandteil.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Nachhaltige Wirtschaft fördern
Mit Programmen wie Green Economy ermöglichen wir Unternehmen, Projekte für eine nachhaltige und ressourcenschonende Wirtschaft zu entwickeln. So verbinden wir ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Stärke. - Transformation der Automobilindustrie begleiten
Mit dem Netzwerk „neu/wagen“ unterstützen wir gezielt die Transformation der Fahrzeug- und Zuliefererindustrie. Unser Ziel ist es, Arbeitsplätze zu sichern, indem wir den nachhaltigen Wandel hin zu zukunftsfähigen Branchen voranbringen. - Ansiedlung von Unternehmen der Zukunftsbranchen
Unternehmen der Zukunftsbranchen wie IT & Digitalisierung, Gesundheitswesen, Erneuerbare Energien und Umwelttechnologie, Robotik & Automatisierung siedeln sich zunehmend in Regionen mit einem hohen Angebot erneuerbarer Energien an. Wir schaffen dafür in der Region Hannover die Voraussetzungen durch eine kluge und umwelt- und klimafreundliche regionale Standortpolitik.
GUTE ARBEIT, GLEICHSTELLUNG UND FACHKRÄFTE SICHERN
Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Migration und der Weg zur Klimaneutralität verändern unsere Arbeitswelt grundlegend. Damit dieser Wandel gelingt, braucht es gute Arbeit, gleiche Chancen und verlässliche Perspektiven. Lebenslanges Lernen ist dabei der Schlüssel, um Menschen zu befähigen, diesen Wandel aktiv mitzugestalten und gleichberechtigt am beruflichen und gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Gute Arbeitsbedingungen, echte Gleichstellung und eine wirksame Fachkräftesicherung gehören für uns untrennbar zusammen.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Erwerbsbeteiligung von Frauen erhöhen
Wir unterstützen Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Care-Arbeit und Beruf. Berufsberatung, Karrierenetzwerke und Fortbildungsangebote für Frauen bauen wir weiter aus. Die Koordinierungsstelle „Frau und Beruf“ stärken wir und sichern sie langfristig ab. - Vielfalt als Zukunftsfaktor stärken
Diversität erhöht Innovationskraft und Arbeitgeberattraktivität. Mit der Initiative „Zukunft braucht Vielfalt“ unterstützen wir Unternehmen gezielt bei Maßnahmen für mehr Vielfalt am Arbeitsplatz. - Demokratie als harter Standortfaktor
Unternehmen werden zu Multiplikatoren zum Thema nachhaltiges Wirtschaften, Gemeinwohl und gesellschaftliche Entwicklung. Wir unterstützen sie bei einem Bekenntnis zu Standort, Demokratie und gesellschaftliche Verantwortung. - Ausbildungsberufe stärken
Wir stärken Ausbildungsberufe gezielt und fördern Azubiwohnungen, um Ausbildung attraktiver zu machen. Das Projekt Ausbildungslots*innen ist eines der erfolgreichsten Projekte gegen Jugendarbeitslosigkeit. Wir bauen es aus und verstetigen es. - Weiterbildung ausbauen
RegioLab+, die Servicestelle für Weiterbildung, bauen wir weiter aus und etablieren sie als dauerhaftes Angebot.
INNOVATION UND GRÜNDUNG STÄRKEN
Die Region Hannover verfügt über eine starke Wissenschaftslandschaft, innovative Unternehmen und kreative Köpfe. Diese Stärken wollen wir gezielt nutzen, um Innovationen voranzubringen, neue Unternehmen zu gründen und gute Arbeitsplätze zu schaffen. Eine lebendige Gründungs- und Innovationskultur ist ein zentraler Motor für wirtschaftliche Entwicklung, Klimaschutz und gesellschaftlichen Fortschritt. Deshalb setzen wir auf enge Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft und schaffen Rahmenbedingungen, die Mut zu neuen Ideen machen und nachhaltiges Unternehmertum fördern.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- TechFactories zum Green Hub weiterentwickeln
Mit den TechFactories in Garbsen und künftig in der Nordstadt entstehen Orte, an denen Innovation, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenkommen. Wir wollen mehr daraus machen – ein Green Hub Hannover, der als Herzstück eines regionalen Green Tech Clusters funktioniert und die ökologische Transformation unserer Wirtschaft sichtbar voranbringt. Dieser Hub soll nicht abgeschottet, sondern offen und vernetzt sein – mit Hochschulen, Stadtteilen, Gründer*innen und dem Mittelstand. - Social Entrepreneurship gezielt fördern
Gemeinwohlorientierte Unternehmensgründungen unterstützen wir gezielt. Sie verbinden wirtschaftliche Aktivität mit gesellschaftlichem Nutzen und tragen zu nachhaltiger Entwicklung bei. - Standortmarketing zukunftsorientiert ausbauen
Mit einem attraktiven Standortmarketing machen wir die Angebote der Region Hannover sichtbar, um weitere Unternehmen und Fachkräfte zu gewinnen. Dazu gehört auch ein nachhaltiger Qualitätstourismus, von dem Einwohner*innen wie Besucher*innen, die lokale Wirtschaft sowie die Kommunen profitieren.
KREISLAUFWIRTSCHAFT ALS LEITPRINZIP
Kreislaufwirtschaft ist für uns Leitprinzip der Wirtschaftsförderung. Sie reduziert Abhängigkeiten, schont Ressourcen und stärkt die regionale Wertschöpfung. Deswegen haben wir die Abfallentsorgung der Region, auch mit der Einführung einer einheitlichen Tonnenabfuhr, konsequent auf Recycling und Kreislaufwirtschaft ausgerichtet.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Recyclingstationen
Viele Abfälle enthalten wertvolle Rohstoffe. Getrenntes Sammeln schont Ressourcen, stärkt die Kreislaufwirtschaft und stellt sicher, dass schädliche Stoffe fachgerecht entsorgt werden. Deshalb entwickeln wir Wertstoffhöfe zu Recyclingstationen mit verbesserten Rückgabemöglichkeit weiter. Darüber hinaus erarbeiten wir Lösungen, die die Müllrücknahme und -sortierung weiter verbessern, um so die Bürger*innen zu entlasten, ohne dabei die Hersteller aus ihrer Verantwortung zu nehmen. - Müllvermeidung durch Mehrwegsysteme
Mehrwegsysteme wie z.B. Hannocino leisten einen wichtigen Beitrag zur Abfallvermeidung und zum Schutz unserer Ressourcen. Wir machen diese Angebote besser nutzbar, indem wir die Rückgabemöglichkeiten vereinfachen und verbessern. - Neu denken statt neu kaufen
Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung, Repair-Cafés, Verleihgeschäfte und ähnliche Angebote fördern wir gezielt.
8. Eine Verwaltung, die einfach funktioniert – Für eine bürgernahe, digitale und handlungsfähige Verwaltung
Die Region Hannover ist für zahlreiche Verwaltungsdienstleistungen zuständig, etwa für die Ausstellung von Führerscheinen oder die Bewilligung von Sozialleistungen. Unser Anspruch ist eine Verwaltung, die zuverlässig, bürgernah und transparent arbeitet. Eine Verwaltung, die läuft, ist die beste Demokratieförderung.
DIGITAL, BÜRGER UND UNTERNEHMENSORIENTIERT
Wir wollen die Digitalisierung der Verwaltung konsequent voranbringen. Bis 2030 sollen alle Verwaltungsdienstleistungen weitgehend papierlos möglich sein. Mit einer RegionsApp schaffen wir dafür einen unkomplizierten und niedrigschwelligen Zugang.
- One-Stop-Prinzip umsetzen
Informationen und Dienstleistungen sollen über eine zentrale Anlaufstelle erreichbar sein. Das erleichtert den Alltag der Bürger*innen und stärkt das Vertrauen in staatliche Institutionen. - Digitale und persönliche Angebote verbinden
Digitale Prozesse ersetzen nicht den persönlichen Kontakt, sondern ergänzen ihn sinnvoll. Dabei kann ein virtueller Bürger*innenservice dabei unterstützen, alle nötigen Unterlagen direkt einzureichen. Gerade bei komplexen Anliegen bleiben persönliche Ansprechpartner*innen wichtig. Wir priorisieren da, wo Menschen profitieren. Nicht dort, wo es die meisten Gebühren gibt.
STARKE VERWALTUNG BRAUCHT STARKE BESCHÄFTIGTE
Eine starke Verwaltung lebt von den Menschen, die in ihr arbeiten. Gut ausgebildete, motivierte Beschäftigte, die die Vielfalt der Gesellschaft widerspiegeln, sorgen dafür, dass der Staat verlässlich funktioniert – für alle Bürger*innen. Deshalb stärken wir die Verwaltung als attraktive Arbeitgeberin und machen sie krisenfest und zukunftsfähig.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Attraktive Arbeitsbedingungen schaffen
Wir setzen auf verlässliche, moderne und zugleich innovative Arbeitsbedingungen in der Verwaltung. Dazu gehören auch Konzepte zur Führung in Teilzeit. - Resilienz der Verwaltung stärken
Damit die Verwaltung auch in Krisenzeiten handlungsfähig bleibt, ergreifen wir gezielte Maßnahmen zur Stärkung ihrer organisatorischen und personellen Resilienz. Wir unterstützen die Entwicklung einer umfassenden IT-Strategie der Region Hannover für mehr digitale Souveränität und Sicherheit. - Vielfalt und Gleichstellung in der Belegschaft
Wir setzen uns dafür ein, dass auf allen Ebenen der Regionsverwaltung – von den Auszubildenden bis zu den Führungspositionen – Geschlechterparität herrscht und die Verwaltung Maßnahmen ergreift, damit die Vielfalt in der Gesellschaft auch in der Verwaltung abgebildet wird.
SOLDIDE FINANZEN – VERANTWORTUNGSVOLL INVESTIEREN
In der vergangenen Wahlperiode haben wir gezielt in Schulen, Krankenhäuser, Klimaschutz und Radwege investiert und somit viel erreicht – trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Denn die Haushaltslage der Region Hannover ist dramatisch – wie bei den regionsangehörigen Städten und Gemeinden und nahezu allen Kommunen bundesweit. Bund und Land stehen in der Pflicht, für eine auskömmliche und verlässliche Finanzierung der Kommunen und ihrer gesetzlichen Aufgaben zu sorgen.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Infrastruktur konsequent modernisieren
Diesen Weg setzen wir fort und nutzen dafür auch das Sondervermögen des Bundes sowie das Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) des Landes. - Haushaltsdefizit verantwortungsvoll abbauen
Das Haushaltsdefizit wollen wir vorrangig durch Digitalisierung und Effizienzsteigerungen reduzieren. Sparmaßnahmen zulasten von Kindern, Familien oder Menschen mit Unterstützungsbedarf lehnen wir ab. - Energiewende für soziale Infrastruktur nutzen
Einnahmen aus der Energiewende, etwa aus Windkraft, wollen wir gezielt einsetzen, um die soziale Infrastruktur weiter auszubauen. - Nachhaltige Finanzpolitik
Wir prüfen gezielt, wie sich die Ausgaben der Verwaltung bspw. auf das Klima, die Gleichstellung der Geschlechter und andere Nachhaltigkeitsindikatoren auswirken. Mit verbindlichen Gleichstellungs-Checks (Gender-Budgeting) weiten wir die Prüfung der Haushaltsausgaben auf ihre Wirkung für die Gleichstellung aus, um eine gerechtere Verteilung der Mittel zu erreichen.
KOMMUNEN STÄRKEN – DEMOKRATIE VOR ORT SICHERN
Kommunen sind die Herzkammer der Demokratie. Hier wird der Alltag der Menschen organisiert. Eine gut funktionierende Verwaltung ist deshalb auch ein zentraler Baustein der Demokratieförderung.
Wir stehen für eine Region Hannover, die ihre Verantwortung für gute Daseinsvorsorge ernst nimmt, transparent handelt und handlungsfähig bleibt – heute und in Zukunft.
9. Eine mobile Gesellschaft – Für eine zuverlässige, günstige und komfortable Möglichkeit von A nach B zu kommen
Die Region Hannover ist für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zuständig. Ob S-Bahnen, Busse, Stadtbahnen oder Sprinti – wir arbeiten intensiv daran, dass alle Menschen zuverlässig, günstig und komfortabel mobil sein können. Das erleichtert den Alltag und ist zugleich ein zentraler Beitrag zum Klimaschutz.
ERFOLGE AUSBAUEN – MOBILITÄT FÜR ALLE VERBESSERN
In der vergangenen Wahlperiode haben wir den ÖPNV deutlich attraktiver gemacht. Mit dem Hannover JobTicket, dem Sozialticket, dem Ehrenamtsticket und der Jugendnetzkarte haben wir den ÖPNV für viele Menschen bezahlbar gemacht. Mit dem Verkehrsentwicklungsplan VEP 2035+ haben wir konkrete Maßnahmen beschlossen, um die Verkehrswende voranzubringen und den CO₂-Ausstoß im Verkehrssektor deutlich zu senken. Sprinti ist ein echtes Erfolgsmodell im Umland. Dieses bundesweit einmalige Angebot haben wir langfristig abgesichert. Der europaweit erste autonome Linienbus Albus fährt seit einigen Monaten in Burgdorf. Mit neuen SprintH-Linien sind Stadt Hannover und Umland auch mit dem Bus schnell miteinander verbunden. An diese Erfolge wollen wir anknüpfen.
ÖPNV WEITER AUSBAUEN UND BESSER VERNETZEN
Wir bauen die Infrastruktur von S-Bahnen, Stadtbahnen und Bussen weiter aus. Neue Verbindungen und zusätzliche Haltestellen schaffen bessere Erreichbarkeit, unter anderem zum Neubau der Medizinischen Hochschule. Wir schaffen neue Bahnstationen, wie etwa Laatzen-Mitte oder Waldhausen. Diese attraktiven Umsteigeanlagen machen den Wechsel zwischen Verkehrsmitteln einfacher und komfortabler. Haltestellen bauen wir konsequent barrierefrei aus – denn der ÖPNV ist für alle da.
MOBILITÄT RUND UM DIE UHR
Mobilität ist Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Sie ermöglicht Menschen, unabhängig vom Wohnort Arbeit, Bildung, Gesundheitsversorgung und soziale Angebote zu erreichen. Mit flexiblen Angeboten wie dem Sprinti ergänzt die Region Hannover den öffentlichen Nahverkehr dort, wo feste Takte an Grenzen stoßen. Darauf bauen wir auf und sorgen für sichere, bezahlbare Mobilität – auch in den Abend- und Nachtstunden.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Nachtangebote ausbauen
An den Wochenenden ist der ÖPNV bereits nachts gut nutzbar. Dieses Angebot wollen wir auch unter der Woche ausbauen. - Frauen*nachttaxi einführen
Wir setzen uns für ein regionsweites Frauen*nachttaxi für alle FLINTA-Personen ein, um Sicherheit und Mobilität insbesondere in den Abend- und Nachtstunden zu verbessern. - Sprinti verstetigen
Tausende Menschen nutzen Sprinti täglich – mit steigender Nachfrage. Wir wollen, dass dieses Angebot gehalten werden kann und dass es weiter flexibilisiert wird. Bei einer ausreichenden Kapazität sollen auch zusätzlich Personen in einen Sprinti einsteigen dürfen, die ihn nicht selbst gebucht haben. Dadurch können unnötige Mehrfachfahrten vermieden werden. - Sicherheitsgefühl stärken
Wir setzen uns, in Absprache mit den Betreiber*innen, dafür ein, das Sicherheitsgefühl durch konkrete Maßnahmen an Bahnhöfen und Haltestellen (zum Beispiel durch helle Beleuchtung und Notruf-Möglichkeiten) zu verbessern. - Safe Spaces für Frauen*
Wir initiieren für unsere Stadtbahnen zusammen mit Betroffenen, Gleichstellungsstellen und Expert*innen ein Pilotprojekt für Safe Spaces für Frauen*, die sich unsicher fühlen. - Sicherheits-Training für ein respektvolles Miteinander
Nur Fahr- und Sicherheitspersonal, dass weiß, wie es sich selbst und andere schützen kann, kann auch anderen wirksam helfen und für eine respektvolle Atmosphäre sorgen. Wir sorgen für die gute Aus- und Weiterbildung des Personals im Nahverkehr. - Frontkameras in Bussen und Stadtbahnen
Immer wieder blockieren Autofahrer*innen Bushaltestellen und behindern durch Falschparken den ÖPNV. Nach positiven Erfahrungen in anderen Städten wollen wir durch den datenschutzkonformen Einsatz von Frontkameras in Bussen und Bahnen die Ahndung solcher Parkverstöße erleichtern und damit den ÖPNV beschleunigen.
BEZAHLBARE MOBILITÄT FÜR ALLE SICHERN
Mobilität darf keine Frage des Einkommens sein. Mit dem 9-Euro-Ticket haben wir im Bund 2022 den Grundstein für das heutige Deutschlandticket gelegt. Für viele Beschäftigte, Jugendliche, Ehrenamtliche und Menschen mit geringem Einkommen bieten wir das Deutschlandticket in der Region Hannover bereits für 35 Euro pro Monat an. Für Jugendliche und Menschen mit geringem Einkommen wollen wir weitere Vergünstigungen schaffen.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Kostenloses Schülerticket für Alle
Wir setzen uns dafür ein, dass alle Schulkinder in der Region Hannover eine kostenlose Fahrkarte für das gesamte Regionsgebiet erhalten. Die bisherige 2-Kilometer-Grenze zwischen Wohnort und Schule ist willkürlich und ungerecht. Gemeinsam mit den regionsangehörigen Städten und Gemeinden suchen wir nach tragfähigen Lösungen.
BUS, BAHN UND FUßVERKEHR BESSER VERZAHNEN
Nachhaltige Mobilität denkt alle Verkehrsmittel zusammen. Ob Bus und Bahn, Fahrrad oder Auto (gerade in Form von Sharing-Angeboten) – jedes Verkehrsmittel hat seinen Platz. Entscheidend ist, einen starken Umweltverbund aufzubauen, in dem Menschen für ihre Wege einfach, flexibel und klimafreundlich das passende Verkehrsmittel wählen können. Rückgrat dieses Umweltverbundes ist der öffentliche Verkehr mit Bus und Bahn. Dafür sorgen wir mit der notwendigen Infrastruktur, guten Umsteigemöglichkeiten und einer verlässlichen Vernetzung der Angebote. Wir möchten die S-Bahn wieder zuverlässig machen und das Platzangebot erweitern. Die Stadtbahn muss wieder wetterfester werden. Beim Sprinti wollen wir Verbindungen zwischen den einzelnen Kommunen schaffen.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Bike & Ride und Park & Ride ausbauen
Wir bauen Bike-&-Ride- sowie Park-&-Ride-Anlagen weiter aus und statten sie mit Ladesäulen aus. - Fahrradmitnahme verbessern
Die Fahrradmitnahme in Bussen und Bahnen soll einfacher werden. Sperrzeiten reduzieren wir schrittweise und schaffen zusätzliche Abstellflächen.
VERKEHRSSICHERHEIT ERHÖHEN – VISION ZERO UMSETZEN
Alle Menschen sollen sich in ihrem Alltag angstfrei fortbewegen und unversehrt ihre Ziele erreichen können. Gerade Kinder, ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung brauchen eine besondere Aufmerksamkeit bei der Verkehrsplanung. Für uns ist Verkehrssicherheit ein zentrales Anliegen. Wir setzen uns weiter für die Vision Zero ein: Niemand soll im Straßenverkehr getötet oder schwer verletzt werden.
Dafür setzen wir GRÜNE uns ein:
- Mehr Sicherheitstempo
Wo möglich, setzen wir auf Tempo 30 innerorts und Tempo 70 außerorts. Insbesondere dort wo es keine begleitenden Radwege gibt. - Ausbau der Radinfrastruktur
Radwege werden zu sicheren und komfortablen Radwegen sowie zu einem Radwegenetz ausgebaut.Der Radwegebau soll beschleunigt werden. Dabei prüfen wir eine mitlaufende Beleuchtung in Bestand und Neubau. - Regionsweite Radschnellwege
Perspektivisch schaffen wir ein sternförmiges Netz aus beleuchteten Radschnellwegen mit Querverbindungen im gesamten Regionsgebiet. Die ersten Radschnellwege nach Lehrte, Langenhagen und Garbsen sind bereits geplant und werden in den kommenden Jahren finalisiert. Weitere Radschnellwege werden künftig Burgdorf, Ronnenberg, Pattensen, Gehrden und Uetze enger mit der Landeshauptstadt verbinden.