Grüne legen Konzept für besseren Schutz von Frauen vor
Steigende Fallzahlen bei Sexualdelikten, zunehmend digitale Übergriffe und immer wieder Fälle schwerster Gewalt bis hin zu Femiziden – wie jüngst in Barsinghausen. Sinja Münzberg, Kandidatin der Grünen für das Amt der Regionspräsidentin, will den Gewaltschutz für Frauen in der Region Hannover strukturell stärken. Zusammen mit der Grünen Regionsfraktion legt Sie jetzt einen entsprechenden Antragsentwurf für die Regionsversammlung vor.
Ziel ist die Einrichtung einer Koordinierungsstelle in der Regionsverwaltung, bei der alle relevanten Informationen zusammenlaufen. Polizei, Justiz, Beratungsstellen und Verwaltung sollen dadurch enger und verbindlicher zusammenarbeiten. Zusätzlich soll die Koordinierungsstelle die weitere Umsetzung der Istanbul-Konvention steuern, sowie eine Gesamtstrategie zum Umgang mit geschlechtsspezifischer Gewalt erarbeiten. Diese soll mit allen relevanten Akteur*innen gemeinsam entwickelt werden, um Prävention, Intervention, Opferschutz und Täterarbeit künftig besser aufeinander abzustimmen.
Sinja Münzberg erklärt: „Allein in diesem Jahr sind in der Region Hannover bereits drei mutmaßliche Femizide passiert. Für mich ist klar: Wir können und dürfen uns daran nicht gewöhnen. Jede dieser Taten ist eine zu viel – und sie entstehen nicht plötzlich, sondern entwickeln sich oft über lange Zeit. Genau deshalb müssen wir früher eingreifen, Informationen besser zusammenführen und Verantwortung klar bündeln. Wir haben in der Region ein starkes Hilfesystem, aber im Ernstfall greift es noch nicht konsequent genug ineinander. Das wollen wir ändern – mit einer zentralen Koordinierung, verbindlichen Abläufen und einer Gesamtstrategie, die sicherstellt, dass Warnsignale nicht verloren gehen. Jede Frau, die wir schützen können, zählt. Und ich will, dass in der Region keine Frau mehr Opfer eines Femizids wird.“
Handlungsbedarf sieht Münzberg insbesondere bei folgenden Punkten:
- Monitoring: für zielgerichtete Maßnahmen ist eine verlässliche Datengrundlage erforderlich, die Beratungs- und Fallzahlen, aber auch Risikofaktoren und Verlaufsdaten darstellt. Auch aus der Analyse von Fällen, in denen es zu schweren Gewalttaten kam, können wir wichtige Erkenntnisse für den Gewaltschutz gewinnen.
- Standardisierte Risikoeinschätzung: bisher arbeiten Polizei und Beratungsstellen mit einem Fragebogen. Mittlerweile gibt es digitale und KI-gestützte Tools, die das Risiko deutlich genauer einschätzen können (z.B. die Lizzy App). Damit können Frauen gezielter geschützt werden.
- Täterarbeit: bestehende Angebote erreichen bisher nur einen kleinen Teil der Täter. Hier ist ein Ausbau ggf. auch mit dezentralen Angeboten im Umland erforderlich.
Der Antrag wird nun in die politischen Beratungen eingebracht. Ziel ist es, noch in dieser Wahlperiode die strukturellen Grundlagen zu schaffen und die Umsetzung anzustoßen. Münzberg setzt deshalb auf eine zügige Beratung.