Eine gute und verlässliche Gesundheitsversorgung, insbesondere im ländlichen Raum, ist ein Thema, das viele Menschen in der Region Hannover beschäftigt. Denn schon heute führen weite Wege und lange Wartezeiten zu einer gefühlten Unterversorgung. Zudem gehen viele Ärzt*innen in den kommenden Jahren in den Ruhestand.
Um auch in Zukunft in der Region eine gute gesundheitliche Versorgung zu gewährleisten, haben Sinja Münzberg, Gesundheitswissenschaftlerin und Kandidatin für das Amt der Regionspräsidentin, und Prof. Dr. Cornelia Blume, Ärztin und Bürgermeisterkandidatin für die Wedemark, gemeinsam einen 8-Punkte-Plan mit konkreten Maßnahmen erarbeitet.
Sinja Münzberg, Kandidatin für das Amt der Regionspräsidentin:
„Ich will, dass die Region Hannover Reallabor wird für die Zukunft der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum. Dafür müssen wir innovative Versorgungsansätze in die Region Hannover, wir müssen Telemedizin weiter ausbauen, aber auch die Mobilität verbessern. Mit dem Praxis-Sprinti will ich Fahrten zu Arztpraxen auch über Gemeindegrenzen hinweg ermöglichen. Wer zum Beispiel mit einem kranken Kind von Pattensen zur nächsten Kinderärztin nach Laatzen muss, soll dafür künftig auch den Sprinti nutzen können.“
Prof. Dr. Cornelia Blume, Bürgermeisterkandidatin für die Wedemark:
„In der Wedemark gehen in den nächsten Jahren viele Hausärzt*innen in den Ruhestand. Mit gut qualifizierten Versorgungsassistent*innen und Gemeindeschwestern können wir den verbleibenden Ärzten gut unter die Arme greifen und drohende Versorgungslücken schließen. Dafür setze ich mich ein.“
Wohnortnahe medizinische Versorgung im Umland
Unser 8-Punkte Plan für eine gute Gesundheitsversorgung vor Ort
erarbeitet von Sinja Münzberg und Prof. Dr. Cornelia Blume
Viele Menschen in der Region Hannover machen sich Sorgen, ob sie auch zukünftig im Krankheitsfall gut versorgt werden. Lange Wartezeiten bei Fachärzt*innen, teilweise weite Wege und überlastete Hausarztpraxen sorgen insbesondere im Umland für Unsicherheit. Der rein zahlenmäßig guten Versorgung mit Ärzt*innen steht eine gefühlte Unterversorgung entgegen.
Wir wollen, dass alle Menschen in der Region Hannover im Krankheitsfall gut, schnell und wohnortnah versorgt werden. Um das zu erreichen, werden wir innovative Lösungen entwickeln, neue Versorgungsformen nutzen, Mobilität verbessern und digitale Möglichkeiten nutzen:
- Wir richten einen Think Tank Gesundheit ein, in dem sich lokale Akteure regelmäßig über die Versorgungslage austauschen, Lösungen für Versorgungslücken entwickeln und neue Kooperationen ermöglichen. Der Think Tank setz sich aus niedergelassenen Ärzt*innen, Kliniken, Pflegeheimen und Pflegediensten, Wissenschaft und Kassenärztlicher Vereinigung zusammen.
- Niederlassung ist Wirtschaftsförderung! Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung der Region Hannover legen wir ein Programm für attraktive Niederlassungsbedingungen auf, mit dem insbesondere Ärzt*innen in unterversorgten Fachrichtungen (z.B. Dermatologie, Kinder- und Jugendheilkunde, Neurologie) gewonnen werden sollen. Mit dem Programm können bspw. Investitionskostenzuschüsse für Praxisräume gewährt werden.
- Praxis-Sprinti: schon heute fahren viele ältere Menschen mit dem Sprinti zum Arzt. Speziell für Arztbesuche wollen wir mit dem Praxis-Sprinti auch Fahrten zwischen den einzelnen Städten und Gemeinden ermöglichen. Wer z.B. mit einem kranken Kind von Pattensen nach Laatzen zur Kinderärztin oder von der Wedemark ins Krankenhaus Großburgwedel fahren muss, kann dafür prioritär einen Sprinti buchen.
- Wir wollen ein Primärversorgungszentrum in jeder regionsangehörigen Stadt im Umland. Vom Land gefördert gibt es Primärversorgungszentren schon heute bspw. in Lehrte, Pattensen oder Seelze. Als erste Anlaufstelle mit multiprofessionellen Teams steuern sie nicht nur Patient*innen durch die Versorgungslandschaft, sondern bieten auch attraktive Arbeitsbedingungen für Gesundheitsberufe.
- Auch den Einsatz von speziell qualifizierten Pflegekräften oder medizinischen Fachangestellten wollen wir in der Primärversorgung ausbauen. Ob Versorgungsassisten-tin in der hausärztlichen Praxis (z.B. „Verah“) Gemeindeschwester oder Community Health Nurse: es gibt mittlerweile verschiedene Versorgungsformen, die bisher ärztliche Versorgungsleistungen eigenständig erbringen können. In enger Abstimmung mit Ärzt*innen vor Ort können sie die Versorgung verbessern und Lücken schließen.
- Die Möglichkeiten der Telemedizin wollen wir noch stärker nutzen, um Menschen wohnortnah gut zu versorgen. Dazu werden wir Kooperationen zwischen Kliniken und hausärztlichen Praxen ausbauen. So können wir bestehende Versorgungslücken, z.B. in der Dermatologie, der Psychotherapie oder der Kinder- und Jugendmedizin schließen.
- Angesichts des hohen Altersdurchschnitts insbesondere bei Hausärzt*innen wollen wir in ein Praxisnachfolge-Monitoring aufbauen, damit wir Praxisaufgaben frühzeitig im Blick haben und Alternativen organisieren können. Versorgungslücken wollen wir so möglichst vermeiden.
- Mit Gesundheitskiosken wollen wir Menschen besonders niedrigschwellig zu gesundheitlichen und sozialen Themen im Quartier beraten. Damit entlasten wir das Gesundheitswesen und verbessern Versorgungsprozesse. Als Standorte kommen insbesondere Stadtteile mit multiplen Herausforderungen infrage.