Grüne aus der Wedemark gewinnen GriBS-Preis

  • Veröffentlicht am: 25. Januar 2004 - 18:24
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"Grüne investieren in Bürgerengagement und Solidarität" heißt in vollem Wortlaut der GriBS-Preis, mit dem die niedersächsischen Grünen heute (Dienstag) in Hannover drei Projekte ausgezeichnet haben. Die Landesvorsitzende Brigitte Pothmer und die Fraktionsvorsitzende Rebecca Harms belohnten mit insgesamt 5000 Euro aus den abgelehnten Landtagsdiätenerhöhungen der letzten Jahre bürgerschaftliches Engagement.

"Immer noch wird die Bereitschaft vieler Bürgerinnen und Bürger, sich für andere zu engagieren, von der Landesregierung nur unzureichend gefördert. Mit der politischen Geringschätzung und vielen bürokratischen Hürden werden Gemeinsinn und Solidarität blockiert. Um so mehr verdient die Arbeit vieler Initiativen, dass sie als gutes Beispiel gelobt und bekannt gemacht wird. In Anlehnung an Herbert Grönemeyer würden wir sagen: Der Mensch heißt Mensch, weil er lacht und weil er lebt - und weil er hilft", sagten die Grünen-Politikerinnen bei der Preisverleihung.

Hauptpreisträger (2.500 Euro) ist in diesem Jahr das Projekt "Die Lernpaten" aus der Wedemark (Region Hannover). Der Verein organisiert unbürokratisch, kostenlos und wohnortnah Hilfe beim Lernen und bei den Hausaufgaben für SchülerInnen, deren Elternhäuser mit den Lernproblemen der Kinder überfordert sind.

Die Beschreibung des Projekts Lernpaten:

Steigende Leistungserwartungen bei gleichzeitig instabilen sozialen Verhältnissen sind schon für Kinder im Grundschulalter eine erhebliche Belastung. Da Politik und Gesellschaft hier eine große Lücke geschaffen haben, gibt es die Initiative Lernpatenschaften. Geworben und angesprochen werden hierfür zumeist ältere Erwachsene mit eigenen Erfahrungen in der Kindererziehung, die auch gern Verantwortung für andere übernehmen. Lernschwachen Kindern soll ohne Rücksicht auf ihre sozialen Verhältnisse wohnortnah die Möglichkeit geboten werden, ihre schulischen Wissensdefizite nachhaltig abzubauen. Dabei steht die Freude am Lernen, Ernst bei der Sache, Schaffung, Erhaltung und Förderung der Lernmotivation im Vordergrund. Es sollten keine Pflichtaufgaben gelöst werden, sondern in einer gewissen Schuldistanz allgemeine altersspezifische Befähigungen in einem möglichst freien Rahmen vertieft werden. Im Einzelfall kann dies aber dennoch eine konkrete Hausaufgabenhilfe sein, wenn es von Eltern, Kind und Pate/Patin gewünscht wird. Kurze Wege im Sinne der Nachbarschaftshilfe, ehrenamtliches Engagement, Präsenz in der Presse und eine enge Zusammenarbeit mit der Lehrerin/dem Lehrer sind wesentliche Kennzeichen des Projektes. Regelmäßig stattfindende runde Tische, Lernpatenabende und Organisations-Treffen sind ausreichende institutionelle Komponenten, die einen Verzicht auf eine ausgedehnte Infrastruktur erlauben und dennoch die Funktionsfähigkeit gewährleisten. Dabei kommt uns die kleinräumliche Gliederung der Landgemeinde entgegen.